Wenn ich heute ein Haus bauen würde, würde ich vermutlich länger über Leerrohre, Netzwerkdosen und den Technikraum nachdenken als über die Farbe der Küchenfronten. Das klingt nicht besonders romantisch. Spätestens wenn im Obergeschoss das WLAN ausfällt, wirkt die Küche aber plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Also machen wir es umgekehrt: kein Ratgeber mit fünfzehn Punkten, sondern ein persönlicher Rundgang durch ein Haus, das es noch nicht gibt.
Beginnen würde ich nicht im Wohnzimmer, sondern an der Grundstücksgrenze
Der wichtigste Meter des ganzen Hauses ist nicht der vor dem Fernseher, sondern der zwischen Straße und Fassade. Genau dort kommt das Glasfaserkabel an – und genau dort werden die meisten Fehler gemacht, ohne dass es jemand merkt. Ich würde mich früh mit dem Netzbetreiber abstimmen, lange bevor der Estrich fließt: Wo genau soll der Übergabepunkt sitzen? Auf welcher Seite betritt die Faser das Grundstück? Wie tief liegt sie im Erdreich? Klingt trocken. Erspart aber später ein aufgerissenes Vorgartenpflaster.
Ich würde nicht ein einzelnes Leerrohr verlegen, sondern zwei. Der Aufpreis ist lächerlich, der Nutzen enorm. Ein Rohr für die aktive Faser, ein Rohr in Reserve – für eine zweite Leitung, für eine Kamera an der Einfahrt, für was auch immer 2035 auf uns zukommt. Kurz gesagt: Ich würde lieber ein Leerrohr zu viel einbauen als später eine fertige Wand wieder öffnen.
Und ich würde darauf bestehen, dass die Leitung möglichst geradlinig ins Haus geführt wird. Keine wilden 90-Grad-Bögen unter der Terrasse, keine Einführung neben der Heizungsanlage. Der Weg vom Rasen bis zum Technikraum sollte in einem Satz erklärbar sein – dann klappt später auch das Einziehen einer neuen Faser, ohne dass ein Techniker das halbe Haus zerlegen muss. Wer wissen will, was da eigentlich ins Haus kommt, findet mehr Hintergrund im Beitrag zum
Wer sich für die technische Seite des Anschlusses interessiert, kann sich das hier im Detail anschauen: https://www.mrglasfaser.at/blog/glasfaser-hausanschluss-was-passiert-hinter-der-wand.
Was ich am Grundstück nicht sparen würde
Ein zweites Leerrohr, ordentlich verdichtetes Bettungsmaterial und eine dokumentierte Einführungsstelle. Das kostet weniger als eine mittlere Küchenarmatur – und rettet später ganze Wochenenden.
Von dort geht es in den Technikraum
Wenn ich meinen Technikraum planen dürfte, wäre er langweilig. Und das meine ich als Kompliment. Er wäre trocken. Er wäre kühl, aber nicht kalt. Er hätte Licht, das man beim Reinkommen findet, ohne im Halbdunkel nach einem Schalter zu tasten. Und er hätte Platz. Nicht Platz, wie ihn ein Elektroplaner definiert, sondern Platz, wie ihn jemand definiert, der schon zehn Jahre später ein zusätzliches Gerät einbauen muss.
Konkret: eine Wandfläche von mindestens einem Meter, freigehalten, ohne Heizungsrohre davor. Sechs Steckdosen, nicht zwei. Eine ordentliche Kabelführung, entweder auf einer Montageplatte oder in einem kleinen Wandschrank. Und Zugang. Wer schon einmal versucht hat, hinter einer Waschmaschine an einen verstellten Router zu kommen, weiß, warum ich das so betone.
In diesem Raum treffen sich vier Dinge, die viele Menschen durcheinanderwerfen: der Glasfaser-Abschlusspunkt in der Wand, der ONT (das kleine weiße Kästchen, das aus Licht Daten macht), der Router (der das Signal ins Haus verteilt und WLAN aufspannt) und der Switch (der das kabelgebundene Netz auffächert). Dazu vielleicht ein Patchpanel, damit jede Netzwerkdose sauber auf einem Port endet. Klingt technisch – ist aber wie in einer Küche: Wasserzulauf, Boiler, Armatur, Wasserhahn. Vier Geräte, vier Aufgaben, in der richtigen Reihenfolge.
Abschlusspunkt
Die Faser endet in einer kleinen Wanddose, sauber montiert und dokumentiert.
ONT
Wandelt das Licht in ein normales Netzwerksignal. Klein, unauffällig, wichtig.
Router
Verteilt das Signal ins Haus und spannt das WLAN auf – wenn er dort stehen darf.
Switch
Verteilt LAN auf jede Netzwerkdose im Haus. Kein Muss, aber sehr angenehm.
Eine Steckdose ist keine Planung
Eine einzige Steckdose im Technikraum ist ungefähr so praktisch wie ein Waschbecken ohne Wasseranschluss. Ich würde sechs einplanen – und mich in fünf Jahren freuen, dass ich es getan habe.
Der Internetanschluss darf im Keller enden. Das WLAN muss dort aber nicht wohnen
Hier werde ich jedes Mal ein bisschen unbequem, wenn ich darüber rede. Der Glasfaseranschluss landet fast immer im Keller oder im Technikraum. Das ist gut so – die Leitung soll dort ankommen, wo die Elektrik zusammenläuft. Was daraus aber gerne wird: der WLAN-Router steht ebenfalls dort. Neben der Heizung. Hinter einer Stahltür. Zwei Etagen unter dem Wohnzimmer.
Der Router im Heizraum hat es zwar warm, das WLAN im Obergeschoss aber nicht. Betondecken schlucken Funk. Fußbodenheizungen mit Stahlgittern schlucken noch mehr. Ich habe Häuser gesehen, in denen der Router im Keller stand und im Kinderzimmer im ersten Stock 30 Mbit ankamen – von einer Gigabit-Leitung. Das ist keine schlechte Leitung, das ist eine schlechte Position. Warum das so verlässlich schiefgeht, habe ich hier ausführlicher beschrieben: https://www.mrglasfaser.at/blog/router-im-keller-haeufigster-fehler-nach-glasfaseranschluss.
Meine Lösung wäre einfach: Ein LAN-Kabel vom Technikraum in einen zentralen Wohnbereich. Dort steht dann entweder der Router selbst – oder ein guter Access Point, während der Router im Keller nur noch die Rolle des Verteilers übernimmt. Beides funktioniert, beides ist besser als die Standardkonfiguration mit Router direkt neben dem Sicherungskasten.
LAN in möglichst viele Räume – aber nicht in jeden
Ich bin kein Freund von pauschalen Regeln wie „drei Netzwerkdosen pro Raum“. Das erzeugt Kosten und wirkt nur auf dem Bauplan beeindruckend. Ich würde stattdessen unterscheiden: Wo wird gearbeitet, wo wird gestreamt, wo wird gespielt – und wo genügt einfach ein solides WLAN?
Bei mir bekämen Büro, Wohnzimmer, ein Kinderzimmer und der Technikraum je zwei Netzwerkdosen, weil sich dort früher oder später etwas Festes einnistet: PC, Fernseher, Spielkonsole, NAS. Das Schlafzimmer würde ich mit einer Dose ausstatten, die Küche ehrlich gesagt auch – nicht wegen des Kühlschranks, sondern weil dort erstaunlich oft ein Smart Display oder ein zweiter Access Point landet. Alles andere lebt gut mit WLAN.
Wichtig ist mir dabei etwas, das gerne vergessen wird: Wo im Wohnzimmer soll der Fernseher hängen? Diese Wand bekommt die LAN-Dose. Nicht die gegenüberliegende, weil sie näher zur Tür ist. Und nicht symmetrisch zur Steckdose, sondern dorthin, wo tatsächlich später Geräte stehen. Diese eine Frage rettet oft mehr als jedes teure WLAN-System.
- Büro: 2 LAN-Dosen an der Wand mit dem Schreibtisch, nicht daneben
- Wohnzimmer: 2 LAN-Dosen exakt hinter der TV-Position
- Kinderzimmer: 1–2 LAN-Dosen, wenn dort später gespielt oder gelernt wird
- Schlafzimmer: 1 LAN-Dose reicht, meistens für einen Access Point oder Smart TV
- Küche: 1 LAN-Dose, überraschend nützlich
- Terrasse / Garten: Leerrohr zur Fassade – nicht zwingend Kabel, aber die Möglichkeit dazu
Was in klassischen Bauplänen fast immer fehlt: Der Anschluss an der Decke
Wenn man Elektroplänen glaubt, wächst WLAN an den Wänden. In Wirklichkeit funktioniert es am besten von der Decke aus – zentral im Raum, mit möglichst wenig Möbeln, Wänden und Menschen dazwischen. Deshalb würde ich in jedem Neubau, den ich mitplanen dürfte, mindestens einen Netzwerkanschluss an der Decke vorbereiten. Und zwar dort, wo das Haus sein akustisches Zentrum hat: irgendwo zwischen Wohn-, Essbereich und Flur.
Der Trick dabei heißt PoE – Power over Ethernet. Ein einziges Netzwerkkabel bringt einem Access Point gleichzeitig Daten und Strom. Keine zusätzliche Steckdose in der Decke, kein Netzteil, kein sichtbarer Trafo. Das Gerät sieht später aus wie ein etwas dickerer Rauchmelder und tut, was es soll: schnelles, stabiles WLAN in dem Bereich, in dem man tatsächlich lebt.
Selbst wer sich heute nicht sicher ist, ob er später einen Access Point installieren möchte, sollte zumindest ein Leerrohr oder ein blindes Kabel bis zur Decke ziehen lassen. Der Aufwand während des Rohbaus liegt bei ein paar Minuten Arbeit. Der Aufwand später, wenn Estrich und Putz fertig sind, liegt bei einem halben Wochenende Baustaub im Wohnzimmer.

Nicht jeder Neubau braucht Mesh. Aber viele brauchen es besser
Mesh-Systeme sind ein bisschen das iPhone der Netzwerkwelt: Man kauft ein Set, stellt es hin, und alles wird ein bisschen besser. Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. Ein Mesh-System, das drahtlos zwischen den Stationen funkt, ist immer noch abhängig von Wänden und Reichweiten. Es verteilt Signal, aber es zaubert keins her.
Im Neubau würde ich mich deshalb nicht für ein reines Funk-Mesh entscheiden, sondern für die Variante mit LAN-Backhaul. Das bedeutet: Die Mesh-Stationen sind untereinander mit einem Netzwerkkabel verbunden. Sie funken nur zum Endgerät, nicht zueinander. Ergebnis: doppelt so schnell, halb so anfällig, deutlich langweiliger in der Störungssuche. Genau das will ich.
Wer nur einen Stock hat oder in einer offenen Bauweise lebt, kommt oft mit einem einzigen, gut platzierten Access Point aus. Wer drei Stockwerke plus Keller hat, wird sich über zwei bis drei verkabelte Stationen freuen. Repeater? Nur für Notfälle. Powerline? Kann funktionieren. Darauf verlassen würde ich mich beim Neubau trotzdem ungefähr so gern wie auf Sonnenschein beim Sommerurlaub in Österreich. Falls du grundsätzlich verstehen willst, wie Mesh eigentlich arbeitet, empfehle ich https://www.mrglasfaser.at/blog/mesh-wlan-einfach-erklaert.
Funk-Mesh
Bequem
Schnell aufgestellt, aber halbiert die Bandbreite bei jedem Hop.
Mesh mit LAN-Backhaul
Solide
Verkabelte Stationen, volle Geschwindigkeit, keine Wackler.
Besser im GamingSpätestens hinter dem Fernseher wird es unromantisch
Hinter dem Fernseher entstehen Geräte offenbar durch Zellteilung. Am Anfang steht nur der Fernseher dort. Ein Jahr später ist eine Soundbar dazugekommen. Dann eine Streaming-Box, weil das Smart-TV-Menü seine Meinung geändert hat. Dann eine Spielkonsole. Dann ein Raumklang-Subwoofer. Dann eine zweite Streaming-Box, weil ein Familienmitglied den Anbieter nicht mag.
Ich würde deshalb hinter jeder wahrscheinlichen Fernseherwand mindestens vier Steckdosen einplanen, zwei LAN-Dosen und ein Leerrohr für die Zukunft. Keine improvisierten Mehrfachstecker, die aus einer einzigen Steckdose einen halben Baum machen. Und keinesfalls die Konstellation, in der die Steckdose links unten sitzt, der Fernseher aber rechts oben hängt – Kabel finden nämlich nicht selbstständig ihren Weg.
Wer noch nie geflucht hat, weil ein Ersatzfernseher am nächsten Tag geliefert wurde und plötzlich ein anderer Steckdosentyp gebraucht wurde, darf gerne bei zwei Steckdosen bleiben. Alle anderen: vier. Mindestens.
Homeoffice ist längst kein Hobbyraum mehr
Vor zehn Jahren war das Arbeitszimmer der Raum, in dem der Familien-PC stand. Heute ist es der Raum, von dem aus Menschen ganze Firmen betreiben. Diese Verlagerung merkt man auf keinem Bauplan – aber jeden Montag um neun Uhr, wenn im gesamten Straßenzug gleichzeitig Videokonferenzen starten.
Ich würde jedes Homeoffice mit einer festen LAN-Verbindung ausstatten, nicht als Option, sondern als Standard. Nicht wegen der Geschwindigkeit – WLAN wäre schnell genug. Sondern wegen der Stabilität. Ein Videocall verzeiht dir kein zuckendes Signal alle drei Minuten. Und ein Bewerbungsgespräch schon gar nicht. Wer wissen will, was Latenz eigentlich bedeutet, findet im https://www.mrglasfaser.at/wiki eine kurze Erklärung.
Zusätzlich: mehrere Steckdosen. Ein Arbeitsplatz besteht heute aus Laptop, Monitor, Dock, Ladegerät, Lampe, Lautsprecher, manchmal noch Drucker und externer Festplatte. Rechne einmal nach – und plane dann zwei Steckdosen mehr ein. Ich habe noch nie einen Kunden getroffen, der sich zu viele geärgert hat.

Zwischen Türklingel und Wärmepumpe: Was ich vernetzen würde – und was nicht
Ich bin kein Missionar in Sachen Smart Home. Ich würde nur das vernetzen, was mir wirklich einen Vorteil bringt. Eine smarte Türklingel mit Kamera an der Eingangstür? Sinnvoll, weil Paketboten in Österreich nicht immer klingeln. Eine smarte Kaffeekanne? Bestenfalls Selbstzweck.
Für Kameras würde ich konsequent auf PoE setzen. Ein einziges Netzwerkkabel liefert Daten und Strom, es gibt keine sichtbaren Netzteile, keine WLAN-Abhängigkeit und keine Batterien, die im Winter schwächeln. Für die Türklingel dasselbe. Für Sensoren, die nur alle paar Minuten einen kleinen Wert übertragen, reicht dagegen ein WLAN-Sensor mit Batterie problemlos.
Wer eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage und eine Wallbox plant, sollte den Aspekt „Netzwerk“ nicht am Ende in den Elektroplan reinquetschen. Diese Geräte kommunizieren zunehmend miteinander. Ein zentrales Energiemanagement lebt von stabilen Verbindungen. Auch hier würde ich lieber ein Kabel zu viel ziehen als eines zu wenig – und würde mich hüten, alles allein auf WLAN aufzubauen.
Meine persönliche Faustregel
Alles, was fest an einer Wand hängt und rund um die Uhr Daten überträgt, bekommt bei mir ein Netzwerkkabel. Alles, was in der Hand gehalten wird oder nur ab und zu meldet, darf ins WLAN.
Der Garten wird bei der Netzwerkplanung fast immer vergessen
Wenn man Bauherren fragt, wo überall Internet gebraucht wird, endet die Aufzählung meistens am Wohnzimmer. Dabei zieht der Alltag längst nach draußen: der Mähroboter, die Wallbox, der Wechselrichter der PV-Anlage, eine Kamera an der Einfahrt, ein Access Point auf der Terrasse für die Grillsaison, vielleicht ein späteres Gartenbüro oder eine Sauna im Nebengebäude. Alles möchte reden – nur nicht mit dem Router im Keller.
Ich würde deshalb mindestens ein Leerrohr in den Garten vorbereiten, idealerweise Richtung Garage und Richtung möglicher Terrasse. In dieses Rohr passt später ein Netzwerkkabel, notfalls eine Glasfaser zwischen Haupthaus und Nebengebäude, wenn die Entfernung groß wird oder Blitzschutz eine Rolle spielt. Das ist keine Pflicht. Aber es ist der Unterschied zwischen „geht später problemlos“ und „geht später mit Rasen aufreißen“.
Zwei unromantische Themen, die trotzdem wichtig sind: Strom und Überspannung
Glasfaser bringt Licht ins Haus, keinen Strom. Die Geräte, die aus dem Licht wieder ein nutzbares Signal machen, brauchen aber ganz normale Steckdosen. Fällt der Strom aus, fällt auch das Internet aus. Für viele Haushalte ist das egal – für Menschen, die zuhause arbeiten, ist es das nicht.
Ich würde deshalb im Technikraum eine kleine USV einplanen, gerade groß genug, um ONT, Router und Switch für zwanzig bis dreißig Minuten am Leben zu halten. Reicht in den meisten österreichischen Stromausfällen locker aus, um ein Meeting zu Ende zu bringen oder zumindest höflich zu schreiben, dass man jetzt gerade offline ist.
Genauso unspektakulär und genauso wichtig: ein ordentlicher Überspannungsschutz auf der Elektroverteilung. Netzwerkgeräte sind empfindlicher, als es aussieht. Ein einziger Blitzschlag in der Nachbarschaft hat schon so manchen Router zum Schweigen gebracht. Das ist keine Panikmache, das ist banale Statistik.
Was bei mir nicht ins neue Haus käme
Damit dieser Beitrag nicht wie eine Werbebroschüre für möglichst viel Technik klingt, hier ein ehrlicher Abschnitt: Dinge, die ich bewusst weglassen würde.
- Kein Router dauerhaft in einem geschlossenen Metallschrank – WLAN und Metall vertragen sich ungefähr so gut wie Katzen und Wasser.
- Kein alleiniger Verlass auf Powerline. Als Übergangslösung okay, als Bauentscheidung nicht.
- Keine Netzwerkplanung erst nach dem Innenausbau. Kabel in fertige Wände zu ziehen ist teuer und hässlich.
- Keine einzelnen, zufällig verstreuten LAN-Dosen ohne Gesamtkonzept. Eine Dose neben dem Sofa hilft niemandem, wenn sie am falschen Ende des Zimmers landet.
- Kein Technikraum ohne Reservefläche. Was heute reichen würde, reicht in zehn Jahren garantiert nicht mehr.
- Keine billigen, fest verlegten Kabel, die niemand mehr tauschen kann. Beim Kabel wird nicht gespart.
- Kein WLAN-Repeater als geplante Hauptlösung – Repeater halbieren die Bandbreite im Vorbeigehen.
- Nicht jedes Gerät zwanghaft vernetzen. Ein Toaster mit App ist kein Fortschritt, sondern eine Fehlkonstruktion.
Wo ich sparen würde – und wo nicht
Ein Haus ist eine Kette aus tausend kleinen Kompromissen. Beim Netzwerk gibt es Stellen, an denen ich lockerlassen würde – und Stellen, an denen ich stur bliebe.
Sparen würde ich bei unnötig teuren Design-Routern mit RGB-Beleuchtung, bei überdimensionierter Technik, die zuhause nie ausgereizt wird, bei Wi-Fi-7-Marketing für Haushalte, in denen niemand ein Endgerät mit Wi-Fi 7 besitzt. Genauso bei Smart-Home-Spielereien, die nach zwei Wochen nicht mehr benutzt werden. Man erkennt sie daran, dass man beim Erklären den Satz „das ist eigentlich ganz praktisch“ dreimal benutzt.
Nicht sparen würde ich bei Leerrohren, bei ordentlicher Netzwerkverkabelung, beim Technikschrank, bei ausreichend Steckdosen, bei sauberer Dokumentation der Leitungswege, bei den Montagepositionen der Access Points und bei Reserveleitungen. Kurz: bei allem, was in fertigen Wänden verschwindet. Denn genau dort wird eine spätere Änderung teuer.
Beim Gerät sparen
Ok
Router und Access Points lassen sich später problemlos tauschen.
Besser im GamingBei der Verkabelung sparen
Teuer
Kabel in fertigen Wänden zu ändern ist ein kleines Bauprojekt.
Ein persönlicher Musterplan – als Idee, nicht als Vorschrift
Wenn mich jemand fragt, wie ein „normales“ Einfamilienhaus verkabelt sein sollte, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Aber es gibt einen Startpunkt, von dem aus man abweichen kann. So sähe er bei mir aus:
Technikraum / Keller
Glasfaser-Abschlusspunkt, ONT, Router oder Firewall, Switch, kleines Patchpanel. Platz für ein NAS. Optional eine kleine USV. Und – wichtig – eine leere Fläche für das, was ich heute noch nicht kenne.
Erdgeschoss
Ein zentraler Access Point an der Decke zwischen Wohn- und Essbereich. Zwei LAN-Dosen hinter der TV-Position. LAN im Büro. Ein Anschluss für Türklingel oder Eingangskamera. Ein Leerrohr Richtung Terrasse.
Obergeschoss
Ein zweiter Access Point an zentraler Deckenposition. LAN in Kinderzimmern und Arbeitszimmer, wo längeres Sitzen wahrscheinlich ist. Eine Reserveleitung in ein Zimmer, dessen zukünftige Nutzung noch offen ist.
Außenbereich
Ein Leerrohr zur Garage. Eine mögliche Leitung zur Wallbox. Netzwerkanschluss für mindestens eine Kamera. Vorbereitung für einen Außen-Access-Point, falls die Terrasse regelmäßig genutzt wird.

Nicht jedes Haus braucht das alles
Ich schreibe hier bewusst über einen relativ typischen Neubau. Ein kleiner Bungalow mit sechzig Quadratmetern hat andere Anforderungen als ein dreistöckiges Haus aus Stahlbeton. Für viele Wohnungen und Reihenhäuser reichen ein guter Router und ein einziger, gut platzierter Access Point. Nicht jedes Haus braucht einen halben Serverraum. Nicht jede Familie braucht fünf Access Points. Nicht jeder Alltag braucht zehn Kameras.
Die beste Planung richtet sich nach dem Gebäude, den Bewohnern, ihrem Arbeitsleben, ihrem Budget und ihren tatsächlichen Gewohnheiten – nicht nach dem, was der Elektroplaner beim letzten Bauherrn eingebaut hat. Wer alleine in einem gut geschnittenen Bungalow lebt, kommt oft mit einem Bruchteil dieser Empfehlungen aus. Wer eine Großfamilie mit zwei Homeoffices und einem PV-Speicher plant, wird jede Reserve dankbar nehmen.
Das Haus würde ich für Veränderungen bauen – nicht für den heutigen Router
Wenn ich diesen ganzen Rundgang auf einen einzigen Gedanken einkochen müsste, wäre es dieser: Zukunftssicher ist nicht das Gerät, das heute am teuersten ist. Zukunftssicher ist die Möglichkeit, es morgen problemlos auszutauschen. Router altern. WLAN-Standards altern. Auch mein aktueller Lieblings-Access-Point wird in fünf Jahren belächelt werden.
Was bleibt, sind die Wege dazwischen. Leerrohre, saubere Kabelführungen, eine zugängliche Wand im Technikraum, ein durchdachter Grundriss, ein Netzwerkkabel an der richtigen Deckenposition. Wer diese Dinge richtig macht, muss sich später nie wieder mit Baustaub, aufgestemmtem Estrich und provisorischen Kabeln durchs Stiegenhaus beschäftigen. Und ehrlich gesagt ist das ein deutlich romantischeres Argument, als es zunächst klingt.
Ich würde mein Haus nicht um die Technik von heute herum bauen. Ich würde es so vorbereiten, dass die Technik von morgen problemlos Platz darin findet. Alles andere ergibt sich.
Wenn du gerade planst
Du planst gerade einen Neubau oder eine größere Sanierung und möchtest den Glasfaseranschluss sowie dein Heimnetz von Anfang an sinnvoll vorbereiten? Dann sieh dir die wichtigsten Punkte frühzeitig an – bevor Estrich, Wände und Decken fertig sind. Ich schaue mir Baupläne gerne persönlich an: https://www.mrglasfaser.at/kontakt.
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Mr. Glasfaser
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