Internet & WLAN

Router im Keller – der häufigste Fehler nach dem Glasfaseranschluss

11. Juli 2026 16 Min. Lesezeitvon Mr. Glasfaser
Modernes österreichisches Einfamilienhaus mit sichtbarem Kellerfenster, Person steht vor der Haustür und blickt auf schwaches WLAN-Signal am Smartphone

Freitagnachmittag, ich steige aus dem Auto, klingle an einer Haustür in Niederösterreich. Im Vorgarten liegt noch der frische Aushub vom Glasfaseranschluss, im Keller blinkt ein nagelneuer Router freundlich vor sich hin. Der Kunde macht die Tür auf, hält sein Handy in die Höhe und sagt: „Also die 1.000 Mbit/s, die uns versprochen wurden, sind es sicher nicht.“ Wir gehen gemeinsam in den Keller. Speedtest direkt neben dem Router: 934 Mbit/s. Dann rauf ins Kinderzimmer im ersten Stock. Speedtest: 22 Mbit/s. Der Anschluss ist top. Nur dazwischen liegen eine Kellerdecke, eine Zwischendecke und ein halber Betonkern – und die schlucken WLAN wie ein nasser Vorhang.

Warum landet der Router überhaupt im Keller?

Wenn ich frage „Warum steht der Router eigentlich unten?“, kommt fast immer die gleiche Antwort: „Weil der Techniker das so gemacht hat.“ Und ja – aus Sicht des Ausbaus ist der Keller tatsächlich der einfachste Ort. Dort kommt das Glasfaserkabel ins Haus, dort sitzt der Hausübergabepunkt, dort ist Platz für den ONT und den Router. Für den Monteur ist der Job in einer Stunde erledigt. Für dich beginnt das WLAN-Problem oft genau dort.

Bei Neubauten sehe ich es täglich: Der Technikraum liegt praktischerweise im Untergeschoss, gleich neben Verteiler, Heizung und Wechselrichter. Kein Kabel muss durch die Wohnräume gezogen werden, die Elektrik ist sauber, alles sieht nach Plan aus. Nur wird beim Planen selten mitgedacht, dass ein WLAN-Router nicht nur ein Kasten mit Kabel ist, sondern eine kleine Funkstation – und die will oben stehen, nicht unten.

Bei Sanierungen ist die Ursache eine andere: Der Vertrag wurde aufs bestehende Telefonkabel umgestellt, und das kommt eben dort raus, wo früher die Telekom ihre Dose gesetzt hat. In vielen älteren Häusern ist das der Vorraum, das Stiegenhaus oder ein Kellerabgang. Der neue Glasfaseranschluss wandert dann brav auf den alten Platz – und mit ihm der Router.

Der Denkfehler kurz auf den Punkt

Der Router steht dort, wo es beim Einbau am bequemsten war. Er sollte aber dort stehen, wo du das WLAN am dringendsten brauchst. Das ist nicht dasselbe – und niemand sagt es dir beim Einzug.

Dein Internetanschluss ist nicht dein WLAN

Diesen Satz sage ich in fast jedem Beratungsgespräch mindestens einmal: Der Internetanschluss und das WLAN sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der Anschluss endet an einer Buchse am Router. Alles, was danach kommt – Funk, Wände, Etagen, Geräte – ist dein Heimnetzwerk. Und dieses Netzwerk kann grandios sein oder katastrophal, unabhängig davon, ob draußen ein Kupferkabel, ein Koax oder eine Glasfaser liegt.

In der Praxis heißt das: Ich kann dir den weltbesten Anschluss buchen, wenn dein WLAN es nicht in den ersten Stock schafft, hast du nichts davon. Umgekehrt kann sogar ein DSL-Anschluss mit 100 Mbit/s in einer Wohnung mit sauber verteiltem Mesh überraschend gut funktionieren.

Wenn du dir den Unterschied einmal richtig anschauen willst, mach zwei Speedtests hintereinander: einmal direkt am Router mit LAN-Kabel, einmal per WLAN dort, wo du am liebsten arbeitest. Ist die erste Zahl hoch und die zweite niedrig, hast du kein Anbieterproblem. Du hast ein WLAN-Problem. Ich habe dazu eine eigene ehrliche Speedtest-Seite gebaut, weil auf den meisten Testseiten schon der Router die Zahlen verschönert: https://www.mrglasfaser.at/speedtest

Anschluss (Router-Buchse)

934 Mbit/s

Was der Anbieter liefert

Besser im Gaming
vs

WLAN (1. Stock)

22 Mbit/s

Was bei dir ankommt

Warum Betondecken WLAN so brutal killen

WLAN funkt hauptsächlich auf zwei Frequenzen: 2,4 GHz und 5 GHz. Neuere Router können zusätzlich 6 GHz. Je höher die Frequenz, desto schneller die Datenrate – und desto empfindlicher gegenüber Wänden. 5 GHz ist der Bereich, den moderne Handys und Notebooks bevorzugt nutzen, weil er schnell ist. Er hat aber ein Problem: Er schafft in geraden Räumen locker 15 Meter, verliert aber bei jeder massiven Wand deutlich Reichweite. Und bei einer Betondecke ist Schluss.

Beton besteht aus Stahl und Wasser gebundenem Zement. Beides dämpft Funkwellen hervorragend. Eine 20 cm dicke Betondecke mit Bewehrung reduziert das 5-GHz-Signal in der Praxis oft um 20 bis 30 dB. Was klingt wie eine kleine Zahl, ist in Wahrheit ein Faktor 100 bis 1.000 weniger Empfangsleistung. Kommt zusätzlich eine Fußbodenheizung dazu, wirkt das Metallgitter der Rohre wie ein zusätzlicher Reflektor. Deshalb ist eine Etage nach oben im Neubau oft schwerer zu versorgen als drei Zimmer nebenan.

Bei einem Kunden bei einem Serviceeinsatz vor Ort haben wir das mal sauber gemessen. Direkt neben dem Kellerrouter: −38 dBm, wunderbar. Am Kopfende der Kellertreppe im Erdgeschoss: −68 dBm, noch brauchbar. Auf dem Bett im Schlafzimmer im Obergeschoss: −86 dBm – da bricht Videostreaming zusammen und Videocalls stottern. Zwei Betonebenen dazwischen, mehr braucht es nicht.

Schnittdarstellung eines Einfamilienhauses mit Router im Keller und schwächer werdenden WLAN-Signalen in den oberen Etagen
Router im Keller: Das Signal muss durch mehrere Betondecken – dort verliert es den Großteil seiner Kraft.

Ziegelwand 25 cm

3–5 dB Verlust pro Wand. Kein Drama, aber es summiert sich mit jeder weiteren Wand.

Betondecke bewehrt

15–30 dB Verlust. Eine einzige Decke reicht oft schon, um eine Etage abzuhängen.

Fußbodenheizung

Wirkt zusätzlich wie ein Metallgitter. Signal wird gestreut, statt sauber durchzugehen.

Die typischen Fehler beim Neubau

Ich schreibe das mit einer gewissen Wehmut, weil es sich beim Neubau am einfachsten verhindern ließe: Wer heute ein Haus plant, kann für 200 bis 400 Euro Mehrkosten das ganze WLAN-Problem loswerden, bevor es überhaupt entsteht. In der Realität passiert das kaum – weil im Elektroplan alles auf Steckdosen und Lichtauslässe fokussiert ist und Datennetzwerk nebenbei mitläuft.

Der Klassiker: Der Technikraum kommt ins Untergeschoss, weil dort auch der Verteiler steht. Dahin führen ein Glasfaserkabel, das Stromkabel für den Router und – wenn es gut läuft – eine LAN-Dose ins Wohnzimmer. Und das war es. In den zwei Obergeschossen: keine einzige LAN-Dose. Kein Leerrohr, das man später nachziehen könnte. Wer hier später Mesh mit Kabel-Backhaul aufbauen will, muss stemmen oder sichtbar verlegen.

Der zweite Klassiker: Alle Datendosen enden im Technikraum in einem einzigen Patchpanel, aber es gibt keinen zentralen Punkt oberhalb der Decke. Der Router bleibt im Keller, weil er nun mal an der Glasfaser hängt, und die schön verlegten Netzwerkdosen in den Zimmern sind zwar da – aber ohne aktives Gerät oben nutzlos.

  • Mindestens ein Leerrohr vom Technikraum in die Mitte des Erdgeschosses – idealerweise in die Decke oder auf einen zentralen Wandpunkt.
  • Ein zweites Leerrohr in die Mitte des Obergeschosses. Beide enden bei einer LAN-Dose oder einer Deckendose.
  • Cat.6a-Verlegekabel in jedes Wichtige Zimmer: Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer.
  • Zwei LAN-Dosen pro Datenpunkt – nicht nur eine. Man braucht sie schneller, als man denkt.
  • Steckdose direkt neben jeder Netzwerkdose, damit später ein Mesh-Knoten oder Access Point Platz hat.
  • Router-Standort NICHT im tiefsten Punkt des Hauses planen. Wenn er in den Keller muss, dann bitte mit Netzwerkkabel nach oben.

Router versetzen – lohnt sich das überhaupt?

Die Frage höre ich fast täglich. Und die ehrliche Antwort ist: manchmal ja, oft nein. Der Router selbst muss dort hängen, wo die Glasfaser ins Haus kommt – am ONT, dem kleinen weißen Kästchen, das das Lichtsignal in ein Netzwerkkabel umwandelt. Ihn einfach in den ersten Stock zu tragen, geht nicht ohne weiteres.

Was aber sehr wohl geht: Den Router im Keller stehen lassen und einen zweiten Access Point oder Mesh-Knoten in der Wohnetage aufstellen, verbunden per LAN-Kabel. Das ist der mit Abstand beste Kompromiss – vorausgesetzt, du kommst mit einem Kabel nach oben. Reine Router-Verlagerungen mache ich nur, wenn eine Deckendurchführung ohnehin geplant ist oder wenn der Elektriker sowieso stemmt.

In seltenen Fällen ist der Weg umgekehrt sinnvoll: Der ONT bleibt unten, der WAN-Port wird per LAN-Kabel nach oben verlängert, und der eigentliche Router steht in der Wohnetage. Technisch elegant, aber nur eine Option, wenn du weißt, was du tust. Für alle anderen ist Mesh mit Kabel-Backhaul der sauberere Weg.

Meine Faustregel aus der Praxis

Ist bereits ein Leerrohr oder eine LAN-Dose zwischen Keller und Wohnetage vorhanden – rüste den Router nicht um. Setz einen zweiten Access Point oder einen Mesh-Knoten oben ein, verbunden per Kabel. Das kostet weniger und funktioniert stabiler als jede Funkbrücke.

Mesh, Repeater oder LAN – was passt zu welchem Haus?

Drei Techniken, drei Charaktere. Wenn du dir merkst, wofür sie wirklich gedacht sind, triffst du automatisch die richtige Wahl. Ich mache das hier kurz, weil ich beide großen Fragen in eigenen Beiträgen ausführlich zerlege: einmal https://www.mrglasfaser.at/blog/mesh-wlan-erklaert und einmal https://www.mrglasfaser.at/blog/powerline-wlan-repeater-oder-mesh.

Ein WLAN-Repeater ist die günstige Notlösung für ein einzelnes Zimmer, das aus dem Router-WLAN herausfällt. Zwei Etagen zuverlässig versorgen – dafür ist er nie gebaut worden. Ein Mesh-System besteht aus mehreren gleichberechtigten Knoten, die sich abstimmen. Es ist die richtige Wahl für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und größere Wohnungen. Und ein Netzwerkkabel schlägt am Ende beides, immer, überall – solange du eines legen kannst.

Schnittdarstellung des gleichen Einfamilienhauses mit Mesh-Knoten im Erdgeschoss und Obergeschoss und gleichmäßiger WLAN-Abdeckung in allen Räumen
Zwei Mesh-Knoten oberhalb des Kellers – gleichmäßige Abdeckung bis unters Dach.

Ethernet-Backhaul – der Trick, den kaum jemand kennt

„Backhaul“ klingt technisch, ist aber im Grunde simpel: Es geht um die Verbindung zwischen den Mesh-Knoten. Die einfache Variante ist der Funk-Backhaul – die Knoten reden per WLAN miteinander. Praktisch, weil du nur Steckdosen brauchst. Nachteil: Der Funk zwischen den Knoten läuft über die gleichen Kanäle wie deine Endgeräte, und jede Zwischenschicht kostet Geschwindigkeit.

Der bessere Weg heißt Ethernet-Backhaul: Die Mesh-Knoten sind untereinander mit einem LAN-Kabel verbunden. Das WLAN bleibt für Handys und Notebooks frei, die Knoten kommunizieren im Kabel mit voller Bandbreite. Ergebnis: Du hast in jedem Zimmer nahezu die Geschwindigkeit, die auch direkt am Router ankommt. In einem Haus in Wiener Neustadt haben wir so bei einem Kunden aus 30 Mbit/s im Kinderzimmer plötzlich 780 Mbit/s gemacht – ohne den Anschluss anzurühren.

Wenn du also gerade baust oder sanierst und nur eine einzige Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Leg dir Netzwerkkabel zwischen Keller und Wohnetagen. Auch wenn du heute noch nicht weißt, wozu. Du wirst es früher brauchen als gedacht.

So misst du dein WLAN, ohne dich verrückt zu machen

Bevor du irgendetwas kaufst, miss. Ich sehe zu oft, wie Kunden für 400 Euro Mesh-Systeme bestellen, obwohl der Router nur an einer Ecke steht und ein Umzug ins Wohnzimmer schon die Hälfte des Problems gelöst hätte. Messen kostet nichts und dauert eine halbe Stunde.

Ich mache das gerne mit einer simplen App: „WiFi Analyzer“ für Android oder „AirPort Utility“ (mit aktiviertem Scanner) für iPhone. Du gehst durch dein Haus, machst an jedem relevanten Punkt einen Screenshot vom Empfangswert in dBm und wirfst nebenbei über die Website https://www.mrglasfaser.at/speedtest den Speedtest an.

Direkt am Router> −45 dBm
Selbe Etage, andere Wand−55 bis −65 dBm
Eine Betondecke entfernt−70 bis −80 dBm
Zwei Betondecken entfernt< −85 dBm
  • In jedem Zimmer, in dem du Internet nutzt, den Empfang notieren.
  • An jedem Punkt zusätzlich einen Speedtest über WLAN machen.
  • Zum Vergleich: einen Speedtest per LAN-Kabel direkt am Router.
  • Danach entscheiden, ob du einen Standort, einen zweiten Access Point oder ein Mesh brauchst.

Wenn du den Router doch verschieben kannst – so machst du es richtig

Nicht jeder Router muss im Keller bleiben. In vielen Häusern reicht ein längeres LAN-Kabel vom ONT zum Router, um ihn eine Etage höher zu holen. Wenn du das kannst, gilt: möglichst zentral, möglichst frei, möglichst hoch. Ein Router, der oben auf einem Regal steht, funkt besser als einer, der hinter dem Fernseher versteckt liegt.

Bitte nicht: Router in Metallschränke, hinter Schranktüren, in Nischen aus Beton oder direkt neben große Elektrogeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen. All das schluckt oder stört Signal. Wenn ich in Kundenwohnungen einen Router zwischen Mikrowelle und WLAN-Basisstation entdecke, wundert mich selten, warum das Handy alle fünf Minuten die Verbindung wechselt.

So platzierst du den Router richtig

Zentral in der Wohnetage, offen aufgestellt, mindestens 50 cm Abstand zu Wänden und Metall, Antennen leicht schräg.

Das solltest du vermeiden

Schrank, Boden, direkter Wand-Einbau, Nähe zu Mikrowelle, DECT-Basisstation oder metallischen Regalen.

Zwei ehrliche Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1 – Einfamilienhaus mit Keller in Wiener Neustadt: 200 m² auf drei Ebenen, moderner Ziegelbau mit Fußbodenheizung. Router stand ursprünglich im Kellerraum neben dem Verteiler. Ergebnis oben: 12 Mbit/s WLAN. Lösung: Der Kunde hatte glücklicherweise ein Leerrohr zum Wohnzimmer. Ich habe den Router unten stehen lassen und im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss je einen Mesh-Knoten platziert, beide per LAN verbunden. Ergebnis nach zwei Stunden Arbeit: 820 Mbit/s im Kinderzimmer, 750 Mbit/s im Schlafzimmer. Kein Rückruf mehr wegen ruckelnder Videocalls.

Beispiel 2 – Wohnung im 3. Stock, 80 m², Wiener Altbau: Router steht direkt im Eingang, das Schlafzimmer liegt am anderen Ende. Kein Kabel, keine Chance auf ein Leerrohr. Hier war Mesh mit Funk-Backhaul die richtige Wahl. Ein zweiter Knoten mittig im Flur reichte, um überall stabile 400 Mbit/s zu haben. Kein Aufwand, keine Bohrarbeiten, das Ergebnis war für den Kunden absolut überzeugend. Manchmal ist die einfache Lösung eben auch die richtige.

Homeoffice-Arbeitsplatz mit ruhiger Videokonferenz am Laptop, im Hintergrund dezent sichtbarer weißer Mesh-Knoten auf einem Regal
Stabiles WLAN im Homeoffice ist kein Zufall, sondern eine Frage der Verteilung.

Wann sich ein Netzwerkkabel wirklich lohnt

Für Fernseher, Spielekonsolen, Desktop-PCs und Homeoffice-Rechner rate ich fast immer zum LAN-Kabel, wenn es irgendwie machbar ist. Grund: Diese Geräte stehen ohnehin fix. Sie profitieren nicht davon, mobil zu sein, aber sehr wohl von einer stabilen, störungsfreien Verbindung.

Bei einem Serviceeinsatz vor Ort hatte ich neulich einen 4K-Fernseher, der bei jedem Blockbuster ruckelte. Nach 15 Minuten Analyse war klar: nicht der Stream, nicht die App, nicht der Anschluss. Der Fernseher hing per WLAN am Router in einem anderen Zimmer und teilte sich den Kanal mit fünf Handys. Ein 10-Meter-Flachkabel entlang der Fußleiste – und die Ruckler waren komplett weg.

  • Fernseher & Streaming-Boxen → LAN wo möglich
  • Spielekonsole → LAN, spätestens wenn Online-Gaming eine Rolle spielt
  • Homeoffice-Rechner → LAN oder mindestens Mesh mit Ethernet-Backhaul
  • Access Points & Mesh-Knoten → immer per LAN untereinander, wenn möglich
  • Handys, Tablets, Notebooks → dürfen selbstverständlich WLAN nutzen

Direktvergleich: Router im Keller vs. bessere Alternativen

Router im Keller (allein)

Preis: 0 €. Aufwand: keiner. WLAN im OG: schwach bis unbrauchbar. Realistisch: 10–40 Mbit/s eine Etage höher. Für: kleine Häuser mit wenigen Etagen und Holzdecken.

Router im Wohnbereich

Preis: 0–50 € (Kabel). Aufwand: mittel. WLAN im OG: deutlich besser. Realistisch: 200–500 Mbit/s. Für: Häuser, wo ein LAN-Kabel bis nach oben möglich ist.

Mesh mit 2–3 Knoten (Funk)

Preis: 250–500 €. Aufwand: gering. WLAN im ganzen Haus: gleichmäßig. Realistisch: 300–600 Mbit/s. Für: Wohnungen und kleinere Häuser ohne Kabelmöglichkeit.

Mesh mit Ethernet-Backhaul

Preis: 300–600 € + Kabel. Aufwand: höher (Verlegung). WLAN überall: quasi Kabelqualität. Realistisch: 700–1.000 Mbit/s. Für: Einfamilienhäuser, Neubauten, Homeoffice, Gamer.

Mythos vs. Wahrheit – was ich immer wieder höre

„Mit Glasfaser ist das WLAN automatisch schneller.“+

Nein. Glasfaser verändert den Anschluss vor der Wohnung, nicht das WLAN im Haus. Ohne guten Router und sinnvolle Verteilung ändert sich am Empfang oben oft gar nichts.

„Ein teurer Router löst alle Probleme.“+

Ein besserer Router hilft, ja. Aber selbst der beste WiFi-7-Router versorgt keine zwei Betondecken. Standort und Verteilung schlagen Preis fast immer.

„Powerline durch die Stromleitung ist wie ein Kabel.“+

Leider nein. Powerline funktioniert manchmal gut, oft aber deutlich schlechter als die Verpackung verspricht. FI-Schalter, alte Leitungen und Wechselrichter bremsen.

„Ein Repeater verdoppelt die Reichweite.“+

Er dehnt sie in einer Richtung. Gleichzeitig halbiert er in vielen Fällen die Geschwindigkeit hinter sich, weil er auf demselben Kanal empfängt und wieder sendet.

„LAN ist von gestern, alles läuft heute per WLAN.“+

Für Handys und Notebooks stimmt das. Für stationäre Geräte, Access Points und alle, die auf Stabilität angewiesen sind, ist LAN nach wie vor die überlegene Wahl.

Häufige Fragen zu Router und WLAN

Warum ist mein WLAN im Obergeschoss so schwach, obwohl ich Glasfaser habe?+

Weil das WLAN-Signal von deinem Router im Keller durch mindestens eine, oft zwei Betondecken muss. Beton dämpft Funkwellen extrem. Die Lösung liegt selten am Anschluss, sondern in der Verteilung: zweiter Access Point oder Mesh-System oben.

Kann ich den Router einfach in den ersten Stock stellen?+

Nur, wenn du das Glasfaserkabel bzw. den ONT-Ausgang per LAN-Kabel dorthin verlängern kannst. Ein einfaches Verschieben ohne Kabel geht bei Glasfaser nicht.

Reicht ein einfacher WLAN-Repeater bei Router im Keller?+

Für ein einzelnes Zimmer nah am Kellerabgang manchmal. Für zwei Etagen und mehrere Geräte deutlich zu wenig. Mesh mit mindestens zwei Knoten ist realistisch die Untergrenze.

Was ist besser: Mesh oder ein zweiter Access Point per LAN?+

Ein per LAN angebundener Access Point ist technisch überlegen. Mesh mit Ethernet-Backhaul kommt praktisch aufs Gleiche hinaus und ist einfacher einzurichten. Reines Funk-Mesh reicht in kleineren Häusern und Wohnungen.

Wie viele Mesh-Knoten brauche ich für ein Einfamilienhaus?+

Faustregel: einer pro Etage plus einer für schwierige Bereiche. In einem 150–200 m² Haus mit Keller sind zwei bis drei Knoten typisch.

Wie messe ich, ob mein WLAN wirklich zu schwach ist?+

Mit einer App wie „WiFi Analyzer“ und einem Speedtest über https://www.mrglasfaser.at/speedtest an mehreren Stellen im Haus. Unter −80 dBm oder unter 50 Mbit/s ist es Zeit für Nachbesserung.

Kann ich das Problem selbst lösen oder brauche ich einen Techniker?+

Vieles ist DIY-fähig, gerade Mesh mit Funk-Backhaul. Sobald Kabel verlegt werden müssen oder es um mehrere Access Points geht, spart ein Serviceeinsatz vor Ort viel Frust und Fehlkäufe.

Das höre ich auf Serviceeinsätzen besonders oft

Es gibt eine Handvoll Fragen, die praktisch bei jedem zweiten Termin fallen. Ich habe sie hier ehrlich beantwortet, weil sich jemand die Antwort sowieso ergoogeln würde.

„Ich habe ja 1.000 Mbit/s gebucht – warum kommen die nicht bei mir an?“+

Die 1.000 Mbit/s kommen zuverlässig – aber am Router. Per WLAN durch zwei Betondecken sind es fast nie mehr als 40–100 Mbit/s, egal welcher Anbieter. Das ist Physik, kein Vertragsproblem.

„Der Router war doch teuer, der müsste doch reichen.“+

Ein guter Router sendet stärker und stabiler, aber er kann nicht durch mehr Wände. Für ein Einfamilienhaus brauchst du fast immer eine Verteilung, egal wie hochwertig der Router selbst ist.

„Kann ich Mesh und meinen alten Router zusammen nutzen?“+

Ja, in vielen Fällen. Manche Mesh-Systeme laufen im „Access-Point-Modus“ und lassen den vorhandenen Router weiter arbeiten. Sauberer ist es meist, das Mesh selbst als Router zu nutzen und den Anbieter-Router in den Bridge-Modus zu schalten.

„Powerline hat der Nachbar auch – tut’s das nicht?“+

Bei ihm vielleicht. Bei dir hängt es davon ab, wie deine Elektrik aufgebaut ist. Ohne Test würde ich Powerline heute nur noch dort empfehlen, wo weder Kabel noch Mesh sinnvoll sind.

„Was ist, wenn ich später mal umziehe – nehme ich das alles mit?“+

Router und Mesh-Knoten ziehen problemlos mit dir mit. Was nicht mitzieht, sind fest verlegte Kabel – aber die kosten selten viel und der Wertzuwachs für den Verkäufer ist real.

Mein persönlicher Rat aus der Praxis

Wenn du nur eine Sache aus diesem Text mitnehmen sollst, dann diese: Bevor du irgendetwas kaufst, versteh dein Haus. Wo steht der Router wirklich? Welche Wände und Decken liegen zwischen ihm und den Räumen, in denen dich das schwache WLAN am meisten stört? Wie sieht es mit Kabelwegen aus – gibt es ein Leerrohr, eine ungenutzte Antennendose, eine Fußleiste, unter der man ein Flachkabel legen könnte?

In neun von zehn Fällen liegt die beste Lösung nicht darin, den Anschluss zu wechseln, sondern darin, das vorhandene Internet besser zu verteilen. Die 1.000 Mbit/s sind da. Die Frage ist nur, ob sie auch dorthin kommen, wo du sie brauchst.

Und noch etwas: Lass dich von schlichten Werbeversprechen nicht verrückt machen. WiFi 6E, WiFi 7, Tri-Band, 6.000 Mbit/s auf der Verpackung – das sind schöne Zahlen, aber sie bedeuten nichts, wenn dein Router zwei Betondecken tiefer steht als dein Bett. Standort schlägt Datenblatt. Immer.

Wenn du bei einer Entscheidung ehrlich verglichen wissen willst, was du wirklich brauchst, lies dir zusätzlich https://www.mrglasfaser.at/blog/mesh-wlan-erklaert und die Grundlagen im https://www.mrglasfaser.at/wiki durch. Und wenn du deinen Hausanschluss selbst noch verstehen möchtest, hilft https://www.mrglasfaser.at/glasfaser weiter.

Du bist dir nicht sicher, ob dein Router optimal platziert ist?

Ob Mesh, Kabel oder ein anderer Router-Standort für dein Zuhause sinnvoll ist, klären wir am schnellsten in einem persönlichen Gespräch. Ich unterstütze dich gerne bei der passenden Lösung – ehrlich, unverbindlich, ohne Verkaufsdruck: https://www.mrglasfaser.at/kontakt

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