Es ist 2:14 Uhr. Im Haus schläft jeder. Trotzdem arbeitet dein Zuhause: Der Router hält 34 Geräte im WLAN, der Kühlschrank kühlt, die Wärmepumpe hält 21 Grad, drei Kameras filmen den Garten, das NAS spiegelt Urlaubsfotos, und in der Steckdose hinter dem Sideboard hängen sieben Netzteile, von denen du zwei nicht mehr zuordnen kannst. Nichts davon ist eingeschaltet – und alles davon verbraucht Strom. In diesem Beitrag rechnen wir Gerät für Gerät durch, was ein modernes Zuhause tatsächlich kostet. Keine Panikmache, keine Verzichtspredigt: nur ehrliche Zahlen, praxisnahe Messwerte und die Frage, wo sich Sparen wirklich lohnt – und wo es nur nervt.
Die unsichtbare Grundlast: Was läuft, wenn niemand etwas macht
Jeder Haushalt hat eine sogenannte Grundlast – die Leistung, die dauerhaft aus dem Netz gezogen wird, auch wenn niemand aktiv ein Gerät bedient. Vor 20 Jahren lag sie in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bei 60 bis 100 Watt. Heute liegt sie in einem vernetzten Zuhause typischerweise zwischen 150 und 400 Watt. Das klingt nach wenig. Es ist aber der teuerste Posten deiner Stromrechnung, weil er 8.760 Stunden im Jahr anfällt.
Rechne es einmal selbst durch: 200 Watt Dauerlast sind 1.752 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Arbeitspreis von rund 25 Cent pro Kilowattstunde – ein realistischer österreichischer Wert inklusive Netz und Abgaben – sind das 438 Euro. Jedes Jahr. Für Geräte, die überwiegend nichts tun außer bereit zu sein.
Die gute Nachricht: Ein großer Teil dieser Grundlast ist sinnvoll und nicht verhandelbar. Kühlschrank, Heizungssteuerung, Rauchmelder, Router – das sind Geräte, die laufen müssen. Der spannende Teil ist der Rest: Netzteile ohne Verbraucher, Zweitgeräte im Standby, alte Set-Top-Boxen, ein vergessener Verstärker im Keller. Genau dort liegen die 80 bis 150 Euro pro Jahr, die man ohne jeden Komfortverlust einsparen kann.

8.760 h
Stunden pro Jahr laufen Dauerverbraucher
0,25 €
Angenommener Strompreis pro kWh (AT, brutto)
2,19 €
Jahreskosten pro Watt Dauerlast
150–400 W
Typische Grundlast im vernetzten Haushalt
Die einzige Formel, die du brauchst
Watt × 8,76 = Kilowattstunden pro Jahr (bei Dauerbetrieb). Und: Watt × 2,19 = Euro pro Jahr bei 25 Cent/kWh. Ein Gerät mit 10 Watt Dauerlast kostet dich also rund 22 Euro im Jahr. Merke dir einfach: Jedes Dauerwatt kostet etwa zwei Euro jährlich.
Netzwerk & Internet: Router, ONT, Mesh und NAS
Fangen wir dort an, wo ich beruflich täglich stehe: beim Heimnetzwerk. Es ist der Bereich, bei dem die meisten Kundinnen und Kunden am stärksten daneben schätzen – meistens nach oben. Ein moderner Glasfaser-Router verbraucht nämlich deutlich weniger, als viele befürchten.
Ein aktueller Wi-Fi-6- oder Wi-Fi-7-Router liegt im Alltag zwischen 8 und 18 Watt. Der Glasfaser-Anschlusspunkt, das sogenannte Modem beziehungsweise der ONT, kommt mit 3 bis 6 Watt aus. Wer mehr dazu wissen möchte, findet in unserem Beitrag /blog/ont-einfach-erklaert eine anschauliche Erklärung, was dieses kleine Kästchen an der Wand überhaupt macht.
Interessant wird es bei Mesh-Systemen: Jeder zusätzliche Satellit schlägt mit 6 bis 12 Watt zu Buche. Drei Mesh-Punkte im Haus bedeuten also schnell 30 Watt Dauerlast – rund 65 Euro im Jahr. Das ist gut angelegtes Geld, wenn dadurch das WLAN im ganzen Haus stabil ist. Es ist verschwendetes Geld, wenn zwei der drei Satelliten nur deshalb existieren, weil der Router im Keller steht und das Signal drei Betondecken überwinden muss. Warum genau das der häufigste Fehler nach dem Glasfaseranschluss ist, haben wir in /blog/router-im-keller ausführlich beschrieben.

| Gerät | Leistung | Betrieb | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Glasfaser-Router (Wi-Fi 6/7) | 8–18 W | 24/7 | 18–39 € |
| ONT / Glasfasermodem | 3–6 W | 24/7 | 7–13 € |
| Mesh-Satellit (je Stück) | 6–12 W | 24/7 | 13–26 € |
| Netzwerk-Switch (8 Port) | 4–8 W | 24/7 | 9–18 € |
| NAS mit 2 Festplatten | 18–35 W | 24/7 | 39–77 € |
| Powerline-Adapter (Paar) | 8–14 W | 24/7 | 18–31 € |
| WLAN-Repeater | 4–8 W | 24/7 | 9–18 € |
Alle Werte sind gemessene bzw. typische Praxiswerte bei 0,25 €/kWh.

Der wichtigste Netzwerk-Spartipp
Powerline-Adapter und Repeater sind die heimlichen Dauerfresser im Heimnetz – nicht, weil sie viel verbrauchen, sondern weil in vielen Haushalten drei bis fünf Stück stecken, von denen die Hälfte gar nicht mehr genutzt wird. Zieh sie testweise für eine Woche ab. Fällt es niemandem auf, sparst du 30 bis 60 Euro im Jahr. Welche Lösung wirklich sinnvoll ist, zeigt der Vergleich unter /blog/powerline-repeater-mesh-vergleich.

- Nicht genutzte Repeater und Powerline-Adapter dauerhaft entfernen
- NAS mit Ruhezeitplan konfigurieren (z. B. Standby von 0 bis 6 Uhr)
- Alte Zweitrouter nicht „für alle Fälle“ am Netz lassen
- Router zentral aufstellen statt Signalprobleme mit Zusatzgeräten zu übertünchen
- Ungenutzte Switch-Ports und Altgeräte aus dem Netzwerkschrank verbannen
Unterhaltungselektronik: Der Bereich mit den größten Unterschieden
Hier wird es spannend, denn kaum ein Bereich hat sich so stark verändert. Ein 65-Zoll-OLED von heute verbraucht im Betrieb 90 bis 150 Watt – ein vergleichbar großer Plasma-Fernseher aus 2010 lag bei 350 bis 450 Watt. Der Fortschritt ist real. Nur: Es stehen heute in vielen Haushalten drei Fernseher statt einem, dazu Soundbar, Konsole, Streaming-Stick und AV-Receiver.
Der eigentliche Kostentreiber ist auch hier selten die Nutzung, sondern die Bereitschaft. Ein moderner Smart-TV mit aktiviertem Schnellstart, Sprachassistent und Netzwerkverbindung zieht im „ausgeschalteten“ Zustand oft 8 bis 15 Watt statt der gesetzlich vorgesehenen 0,5 Watt. Über ein Jahr sind das bis zu 33 Euro – für nichts als drei Sekunden schnelleres Einschalten.
Spielkonsolen sind der zweite Klassiker. Im Ruhemodus mit aktivierter Fernstart-Funktion liegen aktuelle Konsolen bei 10 bis 15 Watt. Wer die Funktion deaktiviert, kommt auf unter 1 Watt. Das sind rund 30 Euro Unterschied pro Jahr und Konsole – bei exakt derselben Spielerfahrung, abgesehen davon, dass Updates dann beim Einschalten statt nachts geladen werden. Übrigens: Wie sehr nächtliche Downloads dein Netz belasten, haben wir in /blog/nachts-im-heimnetzwerk gemessen.

| Gerät | Betrieb / Standby | Nutzung | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| OLED-TV 65 Zoll | 120 W / 12 W | 4 h täglich | 70–95 € |
| Zweit-TV 43 Zoll | 55 W / 8 W | 1 h täglich | 23–30 € |
| Soundbar | 25 W / 4 W | 4 h täglich | 18–22 € |
| AV-Receiver | 90 W / 6 W | 2 h täglich | 30–40 € |
| Spielkonsole (aktuell) | 160 W / 12 W | 1,5 h täglich | 48–60 € |
| Streaming-Stick / Box | 5 W / 2 W | dauerhaft am Netz | 8–12 € |
| Set-Top-Box (älter) | 18 W / 15 W | 24/7 | 35–39 € |
Nutzungsannahme: TV 4 h/Tag, Konsole 1,5 h/Tag, Rest anteilig.

Der teuerste Posten der Kategorie ist über 10 Jahre alt
In fast jedem Haushalt, in dem ich bisher gemessen habe, war der größte Standby-Verbraucher der Unterhaltungselektronik ein Altgerät: eine Set-Top-Box aus 2012, ein alter Receiver oder ein DVD-Recorder, den niemand mehr benutzt. 15 Watt rund um die Uhr sind 33 Euro im Jahr – und diese Geräte laufen oft seit Jahren durch.
Homeoffice: Der Arbeitsplatz, der auch am Wochenende arbeitet
Seit 2020 hat sich in vielen Häusern ein zusätzlicher Raum etabliert, der Strom braucht: das Arbeitszimmer. Und im Gegensatz zum Wohnzimmer wird hier kaum jemals ausgeschaltet, sondern nur zugeklappt.
Ein Notebook mit Dockingstation und zwei Monitoren liegt im Betrieb bei 70 bis 120 Watt. Das ist überschaubar. Die Rechnung wird erst durch die Randzeiten teuer: Die Dockingstation zieht auch ohne Notebook 5 bis 10 Watt, die Monitore im Standby je 1 bis 3 Watt, der Drucker im Bereitschaftsmodus 4 bis 8 Watt, das Headset-Ladepad 2 Watt und der Schreibtischlautsprecher weitere 3 Watt. Zusammen sind das rund 25 Watt, die 24 Stunden am Tag anfallen – etwa 55 Euro im Jahr für einen Arbeitsplatz, an dem niemand sitzt.
Ein Desktop-PC mit dediziertem Netzteil ist ehrlicher: Er verbraucht im Betrieb mehr, dafür im ausgeschalteten Zustand fast nichts. Wer viel im Homeoffice arbeitet und ohnehin einen Videokonferenz-tauglichen Anschluss braucht, sollte übrigens weniger auf Watt und mehr auf Upload achten – warum, steht in /blog/internet-langsam-15-ursachen.

| Gerät | Betrieb | Standby / Leerlauf | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Notebook + Dock | 45–65 W | 6–10 W | 45–60 € |
| Monitor 27 Zoll (je) | 25–35 W | 1–3 W | 18–25 € |
| Desktop-PC (Büroarbeit) | 80–140 W | 1–3 W | 45–70 € |
| Multifunktionsdrucker | 350 W (Druck) | 4–8 W | 12–20 € |
| Schreibtischlampe LED | 8–12 W | 0 W | 4–7 € |
| Ladepads, Headsets, Hubs | — | 5–10 W | 11–22 € |
Annahme: 8 Stunden Arbeitsnutzung an 220 Tagen, Standby an allen übrigen Stunden.
Eine Steckdosenleiste, 50 Euro Ersparnis
Häng alles außer dem Notebook-Netzteil an eine schaltbare Steckdosenleiste und drück abends einmal auf den Schalter. Das ist die simpelste Maßnahme in diesem ganzen Artikel – und in einem typischen Homeoffice-Setup spart sie 40 bis 60 Euro pro Jahr.
Smart Home: Viele kleine Watt ergeben eine große Zahl
Kein Smart-Home-Gerät ist für sich genommen teuer. Genau das ist das Problem. Ein Sensor mit 0,5 Watt ist irrelevant. Vierzig Geräte mit durchschnittlich 2 Watt sind 80 Watt Dauerlast – also 175 Euro im Jahr.
Die größten Posten sind fast immer Überwachungskameras und smarte Lautsprecher. Eine Außenkamera mit Nachtsicht und permanenter Cloud-Verbindung liegt bei 5 bis 9 Watt; mit Infrarot-Nachtsicht in der dunklen Jahreszeit auch darüber. Vier Kameras sind damit rund 60 bis 75 Euro im Jahr. Ein smarter Lautsprecher zieht im Bereitschaftsbetrieb 2 bis 4 Watt – bei sechs Geräten im Haus sind das nochmals 40 bis 50 Euro.
Ein häufig übersehener Punkt: Smarte Steckdosen und Zwischenstecker verbrauchen selbst 0,5 bis 1,5 Watt. Wer 15 davon im Haus verteilt hat, um Strom zu sparen, verbraucht dadurch 15 Watt zusätzlich – rund 30 Euro im Jahr. Sie rechnen sich nur, wenn sie tatsächlich größere Verbraucher abschalten und nicht bloß eine LED-Lichterkette steuern.
Und die smarte Beleuchtung? Sie ist der Lichtblick dieser Kategorie: LED-Leuchtmittel verbrauchen 80 bis 90 Prozent weniger als Halogen. Selbst mit 1 Watt Standby pro smarter Lampe ist die Bilanz gegenüber alten Leuchtmitteln deutlich positiv – vorausgesetzt, das Licht brennt nicht plötzlich länger, nur weil man es bequemer einschalten kann.

| Gerät | Dauerleistung | Typische Anzahl | Kosten / Jahr gesamt |
|---|---|---|---|
| Außenkamera | 5–9 W | 2–4 Stück | 22–79 € |
| Smarter Lautsprecher | 2–4 W | 3–6 Stück | 13–53 € |
| Smart-Home-Zentrale / Hub | 3–6 W | 1–2 Stück | 7–26 € |
| Smarte Steckdose | 0,5–1,5 W | 5–15 Stück | 5–49 € |
| Smarte Lampe (Standby) | 0,4–1 W | 10–25 Stück | 9–55 € |
| Tür-/Fenstersensor | Batterie | 5–20 Stück | 0 € (Batteriekosten) |
| Video-Türklingel | 3–5 W | 1 Stück | 7–11 € |
| Saugroboter (Ladestation) | 2–4 W + Ladung | 1 Stück | 12–20 € |
Alle Smart-Home-Geräte laufen im Regelfall dauerhaft – daher zählt fast nur die Standby-Leistung.


Faustregel fürs Smart Home
Zähl deine dauerhaft eingesteckten Kleingeräte und multipliziere die Anzahl mit 2 Watt. Das Ergebnis mal zwei ergibt grob deine jährlichen Kosten in Euro. 40 Geräte bedeuten also etwa 80 Watt und rund 175 Euro pro Jahr.

Küche, Waschküche, Bad: Die klassischen Verbraucher
Bevor wir zu den ganz großen Posten kommen, ein Realitätscheck: Trotz aller Digitalisierung sind die größten Einzelverbraucher im Haushalt noch immer diejenigen, die Wärme erzeugen oder Wärme entziehen. Ein Wäschetrockner braucht für einen einzigen Durchgang mehr Strom als dein Router in einem ganzen Monat.
Der Kühlschrank ist das Gegenstück: Er verbraucht pro Stunde wenig, läuft aber immer. Ein Gerät der Klasse A verbraucht etwa 100 bis 150 kWh im Jahr, ein 15 Jahre altes Gerät gerne das Zwei- bis Dreifache. Bei Kühl- und Gefriergeräten lohnt sich der Austausch daher tatsächlich – anders als bei den meisten Elektronikgeräten, wo die Herstellung mehr Energie kostet als der Betriebsunterschied.
Im Bad ist die Rechnung einfach: Alles mit Heizspirale ist teuer, alles mit Akku ist irrelevant. Ein Föhn mit 2.000 Watt kostet bei fünf Minuten täglich rund 15 Euro im Jahr. Eine elektrische Zahnbürste auf ihrer Ladestation kostet dich etwa 2 Euro – und selbst das ließe sich halbieren, wenn man sie nicht permanent auf der Station stehen lässt.

| Gerät | Leistung | Nutzung | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Kühl-Gefrier-Kombi (neu) | 100–150 kWh/Jahr | 24/7 | 25–38 € |
| Kühl-Gefrier-Kombi (15 J. alt) | 300–400 kWh/Jahr | 24/7 | 75–100 € |
| Geschirrspüler | 0,8 kWh je Gang | 5×/Woche | 52 € |
| Waschmaschine (40 °C) | 0,7 kWh je Gang | 4×/Woche | 36 € |
| Wäschetrockner (Wärmepumpe) | 1,6 kWh je Gang | 3×/Woche | 62 € |
| Backofen | 1,0 kWh je Stunde | 3 h/Woche | 39 € |
| Kaffeevollautomat | 1.400 W / 1 W Standby | täglich | 25–40 € |
| Föhn | 1.800–2.200 W | 5 min täglich | 14–17 € |
Verbrauchswerte für durchschnittliche Nutzung in einem Vier-Personen-Haushalt.


Die Schwergewichte: Wärmepumpe, Wallbox und Klimaanlage
Jetzt kommen die Zahlen, die alles andere relativieren. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem gut gedämmten Einfamilienhaus verbraucht 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden im Jahr – also 750 bis 1.250 Euro. Das ist mehr als alle digitalen Geräte des Haushalts zusammengenommen, oft um ein Vielfaches.
Eine Wallbox für ein Elektroauto liegt bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von 18 kWh pro 100 Kilometer bei etwa 2.700 Kilowattstunden – rund 675 Euro, wenn man zum normalen Haushaltstarif lädt. Wer eine Photovoltaikanlage hat und tagsüber lädt, halbiert diesen Wert häufig.
Der Punkt, den ich bei Beratungen immer mache: Wer sich über den 15-Watt-Router Sorgen macht, aber die Wärmepumpe ohne Nachtabsenkung und die Wallbox ohne Überschussladen betreibt, optimiert an der falschen Stelle. Eine Stunde Beschäftigung mit der Heizungssteuerung bringt mehr als das komplette Ausstecken sämtlicher Netzteile im Haus.

| Verbraucher | Jahresverbrauch | Einflussfaktor | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe (EFH, gedämmt) | 3.000–5.000 kWh | Vorlauftemperatur, Dämmung | 750–1.250 € |
| Wallbox (15.000 km/Jahr) | 2.500–3.000 kWh | PV-Überschuss, Ladezeit | 625–750 € |
| Klimaanlage (Split, 1 Raum) | 300–600 kWh | Sommertage, Zieltemperatur | 75–150 € |
| Warmwasser-Boiler elektrisch | 1.500–2.500 kWh | Personenzahl, Speichergröße | 375–625 € |
| Poolpumpe (Saison) | 600–1.200 kWh | Laufzeit pro Tag | 150–300 € |
| Mähroboter | 40–80 kWh | Rasenfläche | 10–20 € |
Bandbreiten je nach Dämmung, Nutzungsverhalten und PV-Anteil.


Verhältnis statt Bauchgefühl
Eine Wärmepumpe verbraucht in zwei Wintertagen so viel Strom wie dein Router im ganzen Jahr. Das entwertet die kleinen Spartipps nicht – aber es sortiert die Reihenfolge: Erst die großen Verbraucher optimieren, dann die Grundlast aufräumen.
Das Gesamtbild: Was ein modernes Zuhause im Jahr kostet
Fügen wir alles zusammen. Unser Modellhaushalt: vier Personen, Einfamilienhaus, Glasfaseranschluss, drei Fernseher, ein Gaming-PC, zwei Homeoffice-Arbeitsplätze, rund 35 Smart-Home-Geräte, moderne Haushaltsgeräte, Wärmepumpe und ein Elektroauto.
Bemerkenswert ist die Verteilung: Der gesamte digitale Bereich – Netzwerk, Unterhaltung, Homeoffice, Smart Home – macht etwa 20 bis 25 Prozent der Stromrechnung aus. Wärme und Mobilität dominieren mit rund 60 Prozent. Und trotzdem lohnt sich der Blick auf die Digitaltechnik: Weil hier fast alles Grundlast ist, lässt sie sich ohne jeden Komfortverlust reduzieren, während man bei der Heizung immer über Behaglichkeit diskutiert.
| Bereich | Verbrauch / Jahr | Anteil | Kosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Netzwerk & Internet | 300–500 kWh | 3–4 % | 75–125 € |
| Unterhaltungselektronik | 600–900 kWh | 6–8 % | 150–225 € |
| Homeoffice | 350–550 kWh | 4 % | 88–138 € |
| Smart Home | 400–700 kWh | 5 % | 100–175 € |
| Küche & Haushalt | 1.200–1.800 kWh | 13 % | 300–450 € |
| Beleuchtung | 200–400 kWh | 3 % | 50–100 € |
| Wärmepumpe | 3.000–5.000 kWh | 38 % | 750–1.250 € |
| E-Auto / Wallbox | 2.500–3.000 kWh | 24 % | 625–750 € |
Modellhaushalt: 4 Personen, Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und E-Auto, 0,25 €/kWh.
8.550–12.850 kWh
Gesamtverbrauch des Modellhaushalts
2.138–3.213 €
Stromkosten pro Jahr
ca. 23 %
Anteil digitaler Geräte an der Rechnung
180–320 €
Realistisches Sparpotenzial ohne Komfortverlust

Die zehn heimlichen Stromfresser – geordnet nach Ärgerlichkeit
Diese Liste entsteht aus dem, was ich in Haushalten tatsächlich messe. Nicht die größten Verbraucher, sondern die unnötigsten: Geräte, die Geld kosten, ohne irgendeinen Nutzen zu stiften.
1. Alte Set-Top-Box
15 W rund um die Uhr, seit Jahren ungenutzt: 33 € pro Jahr.
2. Konsole im Fernstart-Modus
12 W statt 0,5 W – 30 € jährlich für schnelleres Einschalten.
3. Vergessene Repeater
Zwei Stück im Haus, keiner nötig: 25 € jährlich.
4. Netzteile ohne Gerät
Sieben Stück à 0,5 W ergeben 8 € – ärgerlich, weil völlig sinnlos.
5. Drucker im Bereitschaftsmodus
6 W dauerhaft für zwölf Druckseiten im Monat: 13 € jährlich.
6. Ungenutzter AV-Receiver
6 W Standby plus vergessener Einschaltzustand: 15–35 €.
7. NAS ohne Ruhezeitplan
24/7 statt 18 h/Tag: bis zu 25 € vermeidbar.
8. Zweitkühlschrank im Keller
Halb leer, 15 Jahre alt: 90 € jährlich für sechs Getränkeflaschen.
9. Halogen-Restbestände
Fünf Spots à 35 W statt 5 W LED: 45 € jährlich.
10. Kameras auf Dauer-Aufnahme
Ereignisgesteuert statt Dauerbetrieb spart 15–25 € pro Kamera.

Sparen ohne Verzicht: Die Reihenfolge, die wirklich funktioniert
Das Wichtigste zuerst: Du musst nicht auf Smart Home, Streaming oder ein schnelles Netzwerk verzichten. Du musst nur wissen, welche Maßnahmen wirken und welche nur symbolisch sind. Hier ist die Reihenfolge, die ich in Beratungen empfehle.
- 1
Grundlast messen
Schalte nachts alle bewusst genutzten Geräte aus und lies den Zählerstand über eine Stunde ab. Alles über 200 Watt ist ein Hinweis darauf, dass irgendwo etwas läuft, das niemand braucht.
- 2
Die großen Verbraucher optimieren
Wärmepumpe, Warmwasser und Wallbox zuerst. Nachtabsenkung, Vorlauftemperatur und PV-Überschussladen bringen zusammen oft 200 bis 500 Euro pro Jahr – mehr als alle Standby-Maßnahmen zusammen.
- 3
Altgeräte identifizieren
Zweitkühlschrank, alte Set-Top-Box, Halogenspots, betagter Receiver. Diese vier Punkte machen in vielen Haushalten allein 150 Euro jährlich aus.
- 4
Standby-Inseln bilden
Fernsehecke und Arbeitsplatz jeweils an eine schaltbare Steckdosenleiste. Ein Handgriff am Abend, kein Komfortverlust, 60 bis 100 Euro Ersparnis.
- 5
Netzwerk aufräumen, nicht abschalten
Router und ONT bleiben an – sie sind günstig und die Basis für alles andere. Entferne stattdessen überflüssige Repeater, Powerline-Adapter und Zweitrouter.
- 6
Smart Home bewusst planen
Jedes neue Dauergerät kostet Watt für Watt etwa zwei Euro im Jahr. Frag dich vor jedem Kauf: Ersetzt das Gerät etwas – oder kommt es zusätzlich dazu?
Symbolisches Sparen
ca. 10 € / Jahr
Router nachts abschalten, Ladegeräte sofort abziehen, WLAN-Reichweite reduzieren – viel Aufwand, kaum Wirkung, dafür Komfortverlust.
Wirksames Sparen
180–320 € / Jahr
Zweitkühlschrank abschaffen, Wärmepumpe richtig einstellen, Altgeräte entsorgen, Fernsehecke und Arbeitsplatz schaltbar machen.
Besser im GamingWarum ich vom Router-Abschalten abrate
Ein Router, der nachts vom Netz geht, spart dich rund fünf Euro im Jahr. Dafür laufen Firmware-Updates nicht mehr durch, Smart-Home-Automationen brechen ab, Kameras verlieren die Verbindung und die Telefonie über den Anschluss ist tot. Das ist der schlechteste Tausch in diesem gesamten Artikel.
Selbst messen: So findest du deine eigenen Zahlen
Alle Werte in diesem Artikel sind Bandbreiten aus der Praxis. Dein Haushalt kann davon deutlich abweichen – nach oben wie nach unten. Deshalb lohnt sich eine eigene Messung, und dafür braucht es weder Fachwissen noch teures Equipment.
Ein Energiekostenmessgerät für rund 20 Euro reicht völlig. Steck es zwischen Steckdose und Gerät, lass es 24 Stunden hängen und lies den Verbrauch in Kilowattstunden ab. Diesen Wert mal 365, mal 0,25 – fertig ist die Jahresrechnung für dieses Gerät. Bei Geräten mit stark schwankendem Verbrauch, etwa Kühlschrank oder Gaming-PC, sollte die Messung über mindestens drei Tage laufen.
Wer einen Smart Meter hat, kann sich den Kauf sparen: Die meisten österreichischen Netzbetreiber stellen Viertelstundenwerte im Kundenportal bereit. Die niedrigste Viertelstunde eines Tages – meist zwischen 3 und 5 Uhr morgens – ist deine Grundlast. Und die ist die ehrlichste Kennzahl deines Hauses.
- Energiekostenmessgerät 24–72 Stunden je Gerät angesteckt lassen
- Grundlast nachts zwischen 3 und 5 Uhr am Zähler oder im Smart-Meter-Portal ablesen
- Gemessene Watt mit 2,19 multiplizieren für die Jahreskosten in Euro
- Die fünf größten Dauerverbraucher notieren – nicht die fünf größten Geräte
- Nach jeder Maßnahme erneut messen, sonst weißt du nie, ob sie gewirkt hat
Die meisten Menschen kennen die Leistung ihres Internetanschlusses auf das Megabit genau – aber nicht die Grundlast ihres Hauses. Dabei kostet die zweite Zahl deutlich mehr Geld.
Wo Digitalisierung Strom spart – und nicht nur kostet
Zum Schluss ein Perspektivwechsel, der in dieser Diskussion oft fehlt: Vernetzte Technik verbraucht nicht nur Strom, sie spart auch welchen. Eine intelligente Heizungssteuerung, die Räume nur dann wärmt, wenn sie genutzt werden, spart in einem Einfamilienhaus schnell 5 bis 10 Prozent der Heizenergie – ein Vielfaches dessen, was die Steuerung selbst verbraucht.
Ähnlich sieht es beim Energiemanagement für Photovoltaik aus: Wer Waschmaschine, Trockner, Wärmepumpe und Wallbox automatisiert dann laufen lässt, wenn die Sonne scheint, verschiebt hunderte Kilowattstunden vom Netzbezug in den Eigenverbrauch. Und genau das funktioniert nur mit einer stabilen, dauerhaft verfügbaren Internetverbindung – weil Wetterprognosen, Strompreisdaten und Steuerbefehle in Echtzeit fließen müssen.
Der Router mit seinen 15 Watt ist damit weniger ein Kostenfaktor als eine Infrastruktur-Investition. Er ist die Voraussetzung dafür, dass die wirklich großen Verbraucher im Haus überhaupt intelligent gesteuert werden können. Wie ein zukunftsfähiges Haus dabei aussieht, beschreiben wir in /blog/digitales-haus-2035 – und was ein zuverlässiges Heimnetz dafür braucht, in /blog/mesh-wlan-erklaert.
Digitale Helfer mit positiver Energiebilanz:
Die eigentliche Rechnung
15 Watt Router kosten 33 Euro im Jahr. Eine PV-Überschusssteuerung, die ohne diesen Router nicht funktioniert, spart in vielen Haushalten 300 bis 600 Euro im Jahr. Netzwerktechnik ist im Energiehaushalt kein Kostenfaktor – sie ist der Hebel.
Fazit: Erst rechnen, dann sparen
Ein modernes Zuhause mit Glasfaser, Smart Home, Homeoffice und Unterhaltungselektronik kostet an digitalem Strom zwischen 400 und 650 Euro im Jahr. Das ist mehr, als die meisten schätzen – und deutlich weniger, als Wärme und Mobilität verschlingen.
Die vernünftige Strategie lautet daher: Große Verbraucher zuerst optimieren, Altgeräte konsequent ausmustern, Standby-Inseln schaltbar machen – und die Netzwerktechnik in Ruhe laufen lassen, weil sie günstig ist und alles andere erst ermöglicht. Wer diese Reihenfolge einhält, spart in einem typischen Einfamilienhaus 180 bis 320 Euro jährlich, ohne auf irgendetwas zu verzichten.
Jedes Dauerwatt kostet
Rechne mit rund zwei Euro Jahreskosten pro Watt Dauerlast, bevor du ein neues Gerät dauerhaft ansteckst.
Groß vor klein optimieren
Die größten Einsparungen liegen bei Wärmepumpe, Warmwasser und Wallbox – nicht beim Router.
Altgeräte ausmustern
Zweitkühlschrank, alte Set-Top-Box und Halogenspots sind der teuerste vermeidbare Posten in fast jedem Haushalt.
Netzwerk laufen lassen
Ein stabiles Heimnetz ermöglicht intelligente Steuerung und spart dadurch deutlich mehr Strom, als es selbst verbraucht.
Wie viel Strom verbraucht ein Glasfaser-Router wirklich?+
Ein aktueller Wi-Fi-6- oder Wi-Fi-7-Router liegt im Dauerbetrieb bei 8 bis 18 Watt, der ONT zusätzlich bei 3 bis 6 Watt. Zusammen sind das rund 25 bis 50 Euro Stromkosten pro Jahr.
Soll ich den Router nachts ausschalten?+
Nein. Die Ersparnis liegt bei etwa fünf Euro im Jahr, dafür fallen Updates, Smart-Home-Automationen, Kameras und Festnetztelefonie aus. Das Verhältnis stimmt nicht.
Was ist eine normale Grundlast für ein Einfamilienhaus?+
In einem vernetzten Haushalt sind 150 bis 250 Watt normal. Werte über 300 Watt deuten fast immer auf Altgeräte, einen Zweitkühlschrank oder vergessene Dauerverbraucher hin.
Lohnen sich smarte Steckdosen zum Stromsparen?+
Nur bei größeren Verbrauchern. Eine smarte Steckdose verbraucht selbst 0,5 bis 1,5 Watt. Sie rechnet sich, wenn sie ein Gerät mit mehreren Watt Standby abschaltet – nicht bei einer LED-Lichterkette.
Wie messe ich meinen eigenen Verbrauch am einfachsten?+
Mit einem Energiekostenmessgerät für rund 20 Euro pro Einzelgerät, oder über die Viertelstundenwerte deines Smart Meters im Portal des Netzbetreibers. Der niedrigste Nachtwert ist deine Grundlast.
Verbraucht Glasfaser mehr Strom als DSL oder Kabel?+
Nein, im Gegenteil. Glasfasertechnik gilt pro übertragenem Gigabyte als die energieeffizienteste Zugangstechnologie. Der Anschluss selbst benötigt mit ONT und Router insgesamt weniger als ein alter Kabel- oder DSL-Router mit integrierter Set-Top-Box.
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